Tschernobyl Wolke

Tschernobyl Wolke

Tschernobyl Wolke – Wie hat sich der Unfall auf unsere Atmosphäre ausgewirkt?

Kaum etwas klingt unheimlicher, als die todbringende Wolke, die überall auf der Welt Unheil bringen kann. Doch genau das ist zu einem gewissen Grad in Tschernobyl der Fall gewesen. Denn bei dem größten Unfall aller Zeiten, der je in Verbindung mit einem AKW passierte, passierte weit mehr als nur die Explosion eines Reaktors. Es kam zu einer Verstrahlung der Wolken. Sie regneten an anderen Stellen radioaktiv verstrahlt herunter. Der Prozess nennt sich “Downfall”. Wie gefährlich das wirklich sein kann, war für viele Wissenschaftler alarmierend. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Ursache der Tschernobyl Wolke

Was ist die Ursache der Tschernobyl Wolke? Das ist natürlich der Tschernobyl-Unfall vom 26. April 1986. Konkret kam aufgrund des Graphitbrands im Reaktor 4 von Tschernobyl so viel radioaktive Strahlung in die Atmosphäre. Die radioaktiven Teilchen schleuderte es derartig hoch in die Atmosphäre, dass sie fortgetragen wurde.

Die lokale Bevölkerung hatte verhältnismäßig Glück. Denn der radioaktive Regen – die Tschernobyl Wolke – regnete anfangs nicht im nahen Pripjat, sondern eher in peripheren, wenig besiedelten Regionen herunter.

Konsequenzen der Tschernobyl Wolke in Europa

Noch heute sind die Folgen des Unfalls in Tschernobyl in Mitteleuropa deutlich nachweisbar. Beispielsweise gab es am 26. April 1986 nach Messungen der Gesellschaft für Strahlenforschung circa 19.000 Becquerel pro Quadratmeter für das radioaktive Isotop 137. Es wird bei der Kernspaltung produziert, trat bei dem Reaktorunfall massiv aus. Gerade weil Cäsium eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat, lassen sich die Folgen der Tschernobyl Wolke auch heute noch so leicht nachweisen – Eben auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Am Tag des Unfalls waren die Messwerte in Deutschland für C137 fünf Mal höher, als bei Kernwaffentests.

Der radioaktive Regen durch die Tschernobyl Wolke setzte sich nicht nur im regional ab. Aber natürlich fiel auch in der Ukraine, Weißrussland und in Russland selbst radioaktive Witterung, die man heute noch nachweisen kann. Ein großer Teil des verstrahlten Niederschlags sorgte aber auch in anderen Ländern für neue Höchststände bei der Strahlenmessung. Das waren Schweden, Norwegen und mitteleuropäische Länder wie Holland, Deutschland, Österreich und die Schweiz. Besonders Österreich war stark von der Tschernobyl Wolke betroffen. Noch heute werden in Bayern und Österreich Wildschweine und Pilze auf Radioaktivität durch den ‘Fallout’ getestet’ und bei Überschreitung der Grenzwerte aus dem Handel entfernt.

Gesundheitliche Folgen des radioaktiven ‘Fallouts’

Es kam nach der Katastrophe von Tschernobyl in bestimmten Regionen der Ukraine und Sowjetunion zu einem Anstieg von Ausbrüchen verschiedener Krebsarten. Insbesondere Säuglinge waren betroffen. Die bei dem Reaktorunfall freigesetzten Elemente haben unterschiedliche Effekte. Die wichtigsten Elemente sollte man zumindest rudimentär kennen:

  • Jod 131 wurde bei der Katastrophe massiv in die Umwelt gebracht. Durch Jodtabletten hätte man die Anreicherung in der Schilddrüse tausender Menschen in der Ukraine stoppen können.
  • Strontium ist ein Metall, das als Isotop (⁹⁰Sr) verheerende Wirkungen verantworten muss. So kann es Leukämie und Knochenkrebs auslösen. Der Grund: Der menschliche Körper verwechselt Strontium und Kalzium und baut es in den Knochen ein. Folglich sind besonders Kinder, deren Knochenaufbau im Wachstum ist, gefährdet.
  • Cäsium ist das wohl bekannteste Elementen unter den in Tschernobyl freigesetzten Stoffen. Cäsium 131 setzte sich nach der Katastrophe im Boden in weiten Teilen Europas ab. Das Isotop bestrahlt den ganzen Körper. Verantwortlich ist das Element häufig für Magen-, Leber- und Milzkrebs. Mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren ist das Isotop auch noch in den nächsten Jahrzehnten auf europäischem Boden in und außerhalb des Sperrgebiets zu finden.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

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